Geschichte des Hauses
Das Corpshaus hat seit seiner Erbauung im Jahre 1908 eine bewegte Geschichte hinter sich, die immer wieder auch die politische Großwetterlage widerspiegelte. Leider sind durch den Krieg viele Dokumente verloren gegangen. Somit ist insbesondere die Geschichte vor 1945 nur noch in groben Zügen rekonstruierbar. Bauherr war ein wohlhabender Deutsch-Brasilianer, der sich als Generalkonsul Brasiliens in der wichtigen Messestadt Leipzig eine entsprechend repräsentative Residenz schaffen wollte. Ausgeführt wurde der Bau mit typischen Jugendstilelementen. Später, in den dreißiger Jahren ist zum Garten hin ein Wintergarten angebaut worden. Die Villa wurde vorrangig während der Leipziger Messe genutzt.
Unsere Villa fiel nach 1945 erst an die Sowjetische Besatzungsmacht und danach an die DDR. Die Nationale Volksarmee nutzte das Gebäude als Gästehaus. Die Nachbarn haben aus dieser Zeit von Festen mit hochrangigen militärischen Gästen, wie z.B. dem jüngsten Bruder von Fidel Castro, (Raúl Castro, der derzeitige Staats- und Regierungschef von Kuba) erzählt, bei denen auch Ulbricht und Honecker anwesend waren. Bei diesen Gelegenheiten wurde die Sackgasse am nördlichen Ende der Gräfestraße komplett gesperrt und selbst die Bewohner der Nachbarhäuser mussten sich peinlich genau ausweisen.
Mit der Wiedervereinigung folgte der nächste Besitzer, die Bundeswehr. Der erste kommandierende General nahm die Villa als Dienstsitz.
Im Frühjahr 2002 konnten wir die Villa und den große Garten mit dem alten Buchen- und Eichenbestand erwerben. Vom 8. bis 10. Mai wurde mit der Entrümpelung und dem Rückbau begonnen. 25 Corpsbrüder, einige Ehefrauen und Söhne schafften im Verlauf der nächsten Tage insgesamt fünf Container Bauschutt aus dem Haus.
Nur fünf Monaten später, am 2. Oktober zogen wir ins neue Corpshaus ein. Die Aktiven sowie insgesamt 26 Inaktive, Alte Herren und einige Corpsschwestern gestalteten und möblierten die Räume.
Im blauen Salon zeigen zwei Vitrinen die Erinnerungsstücke unseres Corps. Durch die Ledersessel und die alten Bilder in Kombination mit der schönen Stuckdecke bietet der Raum ein angenehmes Ambiente.
Den repräsentativen Eingangsbereich und das Treppenhaus, schmücken einige Stiftungsfestfotos und alle noch verfügbaren Semesterfotos. Sie illustrieren den Wandel der vergangenen 200 Jahre.
Die holzgetäfelte Kneipe mit Stuckdecke bildet das Zentrum des Corpshauses. Das Präsidium wird durch ein Podest und ein Portal aus Tropenholz besonders hervorgehoben.
Beeindruckend sind die mehreren Hundert Scherenschnitten, Fotographien und Gemälden auf denen nahezu alle Corpsbrüder verewigt sind.
Der Wintergarten mit Blick auf den großzügigen Garten lädt nicht nur im Sommer zum Verweilen und Plaudern ein.
In den oberen Etagen befinden sich die Aktivenzimmer, sowie die zur Vermietung stehenden Räume. Die Zimmer sind alle großzügig geschnitten, hell und freundlich, jedes besitzt einen separaten Telefon- und Internet-Anschluss.
Im Souterrain liegen neben dem separaten Appartement für Gäste die gemütliche Kellerbar mit Kaminzimmer, sowie ein Fernsehraum.